Stammzellen zur schnelleren Genesung nach Schlaganfall

Die Folgen eines Schlaganfalls dauern oft lang an. Durch eine Behandlungsmethode, bei der Stammzellen in das Gewebe des Gehirns eingesetzt werden, soll sich dies verbessern. Der 49-jährige Walter Bast hat von seinem Schlaganfall zunächst wenig bemerkt. Er wurde erst darauf aufmerksam, als ihm das Essen aus dem Mund fiel. Kurz darauf wurde er in Hannover wegen der schweren Blutungen im Gehirn einer Operation unterzogen, bei der ihm als erstem Patienten Stammzellenmaterial in das Gehirn eingepflanzt wurde. Stammzellen werden u.a. aus Nabelschnurblut gewonnen, welches direkt nach der Geburt eines Kindes aus der Nabelschnurvene entnommen wird. Nach der Prüfung auf Infektionskeime werden die Stammzellen eingefroren und sind dadurch dauerhaft haltbar.

Heilungsprozess beschleunigt

Inzwischen geht es Walter Bast wieder gut, bereits innerhalb einer Woche nach der Operation hatten seine Körperfunktionen fast den Stand erreicht, die sie vor dem Schlaganfall hatten. Die infolge des Schlaganfalls geschädigten Bereiche in Gehirn haben sich durch die Behandlung mit Stammzellen offenbar deutlich regeneriert.

Folgen von Schlaganfällen wirken über Jahre

Damit ist Walter Bast eine Ausnahme, denn Millionen anderer Patienten, die einen Schlaganfall erlitten haben, müssen noch über Jahre mit den Folgen leben. Die geschädigten Hirnareale hinterlassen Störungen der Motorik oder beeinträchtigen das Sprachvermögen der Patienten. Die Erfolge der Mediziner aus Hannover geben jetzt Anlass zur Hoffnung, zukünftig die Schlaganfallfolgen abzuschwächen. Die Stammzellen, die bei Walter Bast eingesetzt wurden, waren vor dem Eingriff mithilfe der Gentechnik so verändert worden, dass sie bestimmte Bereiche im Gehirn, die beim Schlaganfall eine Schädigung erlitten hatten, wiederherstellen konnten.

Keine Nebenwirkungen durch die Stammzellenbehandlung

Da Fremdgewebe, wie Stammzellen aus fremdem Knochenmark, vom Immunsystem angegriffen werden, werden sie in einer Kapsel aus Bio-Polymer eingesetzt. Das Polymer hindert die Abwehrzellen daran, die Stammzellen zu attackieren, aber es lässt gleichzeitig die produzierten Eiweißstoffe passieren. Die Kapseln wurden Walter Bast nach zwei Wochen, nachdem sie die erforderliche Eiweißproduktion vorgenommen hatten, wieder entnommen. Diese Methode, die sich noch in der Erprobung befindet, hat bislang keine schädlichen Nebenwirkungen gezeigt. Inwieweit sie sich als Behandlungsmethode für Schlaganfallpatienten, aber auch für Patienten mit anderen Defekten im Hirnbereich durchsetzten wird, steht nach dem jetzigen Stand der Erprobung noch in den Sternen. Im nächsten Stadium der Erprobung ist die Behandlung von 20 weiteren Patienten vorgesehen.

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